Revitalisierung Herzogshof

Die Revitalisierung des Herzogshofs bedeutete in erster Linie die Gelegenheit, die neuen architektonischen Maßnahmen in einen historischen Kontext zu bringen und als Teil einer langen Entwicklungsgeschichte zu sehen. Entsprechend den Wünschen der Bauherren und den aufwändigen Anforderungen, die Baubehörde, Denkmalamt und Feuerwehr an den Umgang mit der alten Substanz stellten, war es unsere Aufgabe, auf fünf Geschossen Geschäfts-, Gastronomie-, Büro- und Wohnflächen zu adaptieren und zu modernisieren. Klare funktionale Strukturen wurden über die alten, in einer langen Periode unkontrollierter Ein- und Umbauten entstandenen Grundrisse gelegt, die einzelnen Nutzungen in einen neuen inneren Zusammenhang gebracht. Das Funktionsschema des Herzogshofs folgt nun einer nach oben hin abnehmenden Öffentlichkeit; neuer Angelpunkt ist der Innenhof, der nicht mehr nur Durchgangs-, sondern auch Erschließungs-, Verweil- und Veranstaltungsfläche ist. Die durch die behördlichen Auflagen eingeschränkte Bandbreite der möglichen Eingriffe erforderte eine sehr sorgfältige und zurückhaltende Architektur, deren Wirksamkeit von erhöhter Aufmerksamkeit gegenüber den verschiedenen Detaillösungen lebt. Diese „verordnete“ Bescheidenheit schafft die Grundlage für die Verträglichkeit zukünftiger Veränderungen am Herzogshof in der Grazer Herrengasse.

  • ausgezeichnet mit dem Fischer-von-Erlach-Preis 2006
  • Auftraggeber: IFA AG/Costa Finanzconsulting
  • Projektteam: Irene Kristiner, Norbert Schindler
  • Planungsbeginn: Dezember 1999
  • Baubeginn: April 2001
  • Fertigstellung: Oktober 2002
  • Nutzfläche: ca. 4.000m²

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