SFZ Tiroler Landesmuseen

Auf Grundlage der Ausschreibung stehen zwei zentrale Aspekte im Vordergrund: die genaue Umsetzung des stringenten Raumprogramms sowie die sinnfällige und angemessene Gestaltung des Gebäudes als Veranschaulichung der Bedeutung des Gebäudes und seines Inhalts für das Land Tirol.
Die oberirdisch sichtbare Kreuzform des vorliegenden Projekts ermöglicht die Umsetzung der komplexen funktionalen Zusammenhänge auf effiziente und klar strukturierte Weise: Ein zentraler Erschließungskern, der über ein Atrium belichtet wird, das auch die räumlichen Bezüge innerhalb des Gebäudes herstellt, beinhaltet die notwendigen Zugangs- und Kontrollfunktionen und ermöglicht eine gute Orientierung sowie die Verknüpfung der einzelnen Abteilungen und Bereiche. Gemeinsam mit an den vier Flügelenden situierten Stiegenhäusern, die Arbeitsräume und dazu gehörende Depots miteinander verbinden, entsteht ein kommunikatives Haus mit kurzen Wegen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Aus der Gebäudeform ergeben sich vier unterschiedlich gestaltete Außenbereiche: Einen befestigten Vorplatz an der Ecke Aichatstraße / Krajcn-Straße und 3 unterschiedlich bepflanzte unter Beibehaltung der existierenden Topografie (zur Stadt hin mit Obstbäumen, zur offenen Landschaft hin mit Sträuchern und Gräsern). Für Passanten ergeben sich daraus differenzierte stadträumliche Situationen.
Die Fassade sorgt durch reflektierende Paneele dafür, dass das Bauwerk durch die diffuse Reflexion der Umgebung im tages- und jahreszeitlichen Wechsel ein Symbol für den materiellen und ideellen Wert seines vom außen nach innen transferierten Inhalts wird. Es spiegelt Vergangenheit und Gegenwart, versinnbildlicht jene unzähligen Einflüsse, aus denen kulturelles Erbe entsteht und entzieht sich einer eindimensionalen Deutbarkeit. Nicht das Gebäude als solches steht im Vordergrund, sondern seine Funktion als Forschungs-, Sicherungs- und Aufbewahrungsort für die Kulturgüter des Landes Tirol.

  • Auslober: Land Tirol
  • Projektteam: Eva M. Hierzer
  • Wettbewerb: April 2013

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